Osteoporose – Sind meine Knochen brüchig?

Von: Prof. Dr. med. Reto Krapf, Dr. med. Martin Janousek

Themen: Knochen

12. September 2014 – «Ich bin 57-jährig, Nichtraucherin, normalgewichtig und kam im Alter von 50 Jahren in die Abänderung. Meine Mutter erlitt nach dem 63. Lebensjahr mehrere Wirbelfrakturen, mein Vater im Alter von 74 Jahren eine Schenkelhalsfraktur. Werde ich später also auch solche Knochenbrüche erleiden? Kann ich etwas dagegen tun?»

Osteoporose

Weltweit gibt es pro Jahr etwa neun Millionen durch OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
verursachte Knochenbrüche, vorwiegend in den entwickelten Ländern. In der Schweiz besteht bei jeder zweiten Frau nach der Abänderung das Risiko, dass sie einen solchen Knochenbruch – vorwiegend im Bereich der Wirbelsäule, des Vorderarms oder des Oberschenkels – erleiden wird. Die OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
ist mithin zu einer der wichtigsten modernen Krankheiten geworden.

Die Patientin hat also im Wesentlichen den Risikofaktor, dass in der Familie vermehrt OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
mit Knochenbrüchen auftreten. Somit ist sie genetisch dem Risiko der OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
und dem von Knochenbrüchen ausgesetzt.

Verfeinerte Analyse des Risikos

Mit einer Knochendichtemessung mittels der Densito­metrie wird festgestellt, dass die Patientin vor allem im Schenkelhals deutlich verminderte Knochendichtewerte aufweist. Aufgrund eines etablierten «Prognosemodells» kann errechnet werden, dass die Wahrscheinlichkeit für die Patientin relativ hoch ist, eine Knochenfraktur aufgrund von OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
zu erleiden.

 

Abb. 1 
Verlauf der Knochendichte im Laufe des menschlichen Lebens

Behandlungsmöglichkeiten

Als Grundempfehlung sollte die Patientin genügend Vitamin D (800 Einheiten pro Tag) und Kalzium zu sich nehmen. Beim Kalzium sollte sie ausreichend – aber nicht exzessiv – Milchspeisen geniessen, was besser ist als Kalziummedikamente einzunehmen. Auch ein physisch aktiver Lebensstil ist der Patientin dringend zu empfehlen.

Zusätzlich braucht sie eine spezifische Therapie gegen die OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
: Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Medikamenten, welche weiteren Knochenverlust verhindern oder sogar Knochenmasse wieder aufbauen können. Die Patientin muss damit rechnen, zumindest einmal während vier bis fünf Jahren diese Therapie durchzuführen. Entsprechende Kontrollen der Knochenmasse durch bildgebende Verfahren sind dann in Abständen von circa zwei Jahren vorzusehen.

Alternative bildgebende Methoden

Leider kann die Knochendichtemessung nicht immer mit der normalen Densitometrie vorgenommen werden. Für solche Fälle steht eine spezielle ComputertomographieComputertomographie (CT): Medizinisches Bildgebungs-Verfahren, bei dem hochauflösende Schnittbilder des Körpers durch digitale Datennachverarbeitung eine Vielzahl von Röntgenaufnahmen erzeugt werden, die während einer Rotation um die Längsachse aus verschiedenen Projektionswinkeln aufgenommen wurden.
mit extrem niedriger Strahlendosis zur Verfügung. Dieses bildgebende Verfahren zeigt nicht nur die Knochendichte, sondern auch die Knochenstruktur und damit die Knochenqualität. Mit dieser Methode ist die Erwartung verbunden, die Knochenbrüchigkeit noch besser vorherzusagen und die Behandlungsdauer und -art zu verbessern.

Abb. 2 
Gesunder Knochen mit hoher Knochendichte

Abb. 3 
Brüchiger Knochen mit geringer Knochendichte

Fazit

Die OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
ist vor allem aufgrund der langen Lebenserwartung zu einem der wichtigsten Gesundheitsprobleme geworden. Es bestehen jedoch diagnostische und therapeutische Mittel, um die OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
früh zu diagnostizieren, wie im Fall der oben genannten Patientin. Die letzten Jahre haben eine zunehmende Zahl sehr gut verträglicher und äusserst wirksamer Medikamente auf den Markt gebracht, wodurch die Hoffnung besteht, sowohl Knochenmasse wie auch Knochenqualität – und damit das Frakturrisiko – positiv zu beeinflussen.

Risikofaktoren

  • Tiefe Knochendichte/Knochenmasse
  • Fortgeschrittenes Alter
  • Bereits erlittene Knochenbrüche
  • OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
    /Knochenbrüche in der Familie (Eltern)
  • Untergewicht
  • Körperliche Inaktivität
  • Gewisse Medikamente (Kortison und ähnliche)
  • Frühe Abänderung (unter 45 Jahren)
  • Vitamin-D- und/oder kalziumarme Ernährung
  • Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum
  • Erhöhte Sturzneigung (Gleichgewichtsstörungen, verminderte Sehkraft etc.)

Sichtweise des Rheumatologen

Wie durch Prof. Reto Krapf erläutert, kommt die OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
häufig vor, nicht zuletzt durch Zunahme unserer Lebenserwartung. Zum Glück nimmt die Diagnose auch zu, weil öfters abgeklärt wird. Leider erfolgen Abklärung und Behandlung meistens erst, wenn schon Knochenbrüche aufgetreten sind, da OsteoporoseOsteoporose: Übermässiger Abbau von Knochensubstanz und dadurch verminderte Knochenmasse bzw. -dichte. Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als Reduktion der Knochenmasse von > = 25 % im Vergleich zu jungen, gesunden etwa 30-jährigen weissen Frauen und Männern.
ein «stiller Knochenräuber» ist.

«Ein Ziel von uns Ärzten ist es, die Vorbeugung zu fördern.»

Dazu gehört das Erkennen und Beseitigen der erwähnten Risikofaktoren, eine kalziumreiche Ernährung und das Suchen nach Vitamin D-Mangel. Ebenso die Förderung von regelmässiger sportlicher Aktivität im Alter, was nicht nur die Knochen stärkt, sondern vor allem auch einen Sturz besser abfangen und Brüche vermeiden hilft. Wir wissen mittlerweile, dass auch rheumatische Autoimmunerkrankungen wie z. B. die Polyarthritis oder der Morbus Bechterew mit erhöhtem Osteoporoserisiko einhergehen.